Kurz vor der Hochzeit traf das Brautpaar auf einen Skeptiker. Der entsetzte sich: “Was – ihr wollt heiraten? Lest ihr denn keine Zeitungen? Mindestens jede dritte Ehe wird heutzutage wieder geschieden. Ist es da nicht töricht, sich lebenslange Treue oder ewige Liebe zu schwören?” Die Braut erwiderte: “Jegliche neue Bindung ist ein Schritt ins Ungewisse, der Mut erfordert. Und jede Beziehung, auf die wir uns wirklich einlassen, birgt das Risiko, Fehler zu machen oder irgendwann wieder allein gelassen zu werden. Aber sollten wir deshalb keine Beziehungen und Bindungen mehr zulassen?” Darüber musste der Skeptiker erst einmal gründlich nachdenken. Das Brautpaar ging weiter und traf einen Romantiker. Dieser wunderte sich: “Was – ihr wollt heiraten? Wollt ihr eure unbeschwerte Liebe wirklich mit einem Trauschein belasten? Ihr liebt euch doch. Wozu benötigt ihr dann noch den Segen der Kirche?” Der Bräutigam antwortete: “Unsere Beziehung braucht ein solides Haus. Vielleicht ist es gerade der Segen Gottes, der dieses Haus vor dem Einstürzen bewahrt. Warum sollten wir dieses stützende Element nicht in Anspruch nehmen?” Ein nachdenklicher Romantiker blieb zurück. Die zwei aber gingen unbeirrt weiter und trauten sich, denn sie liebten sich und vertrauten darauf, dass Gott sei bei dem scheinbar Unmöglichen unterstützen würde.